Engagement wird gewürdigt

Regelmäßig vergibt das Deutsche Down-Syndrom InfoCenter den „Moritz“ an eine Persönlichkeit, die sich in besonderer Weise für Menschen mit DS engagiert hat und ein „Goldenes Chromosom“ an Personen mit Down-Syndrom, die sich durch eine besondere Leistung hervorgetan haben.
Der „Moritz“, eine kleine Bronzefigur, ein Kind mit Down-Syndrom darstellend und entworfen vom Bildhauer Hanspeter Widrig, wurde im Rahmen der Down-Syndrom-Fachtagung 1996 in Hannover zum ersten Mal überreicht.

„MORITZ“ 2016 FÜR CORA HALDER – 30 JAHRE FÜR UND MIT MENSCHEN MIT DOWN-SYNDROM

Die scheidende Geschäftsführerin des DS-InfoCenters Cora Halder zusammen mit einem jungen Mann mit DS bei der Verleihung des Moritz 2016Die Auszeichnung "Moritz" 2016 ging als der Höhepunkt der Fachtagung "Übergänge gestalten im Leben von Menschen mit Down-Syndrom" am 7. Mai in die Hände von Cora Halder. Damit wurde das Lebenswerk der Frau gewürdigt, die sich nach der Geburt ihrer Tochter Andrea, seit 30 Jahren für ein besseres Jetzt und eine bessere Zukunft von Menschen mit Down-Syndrom engagierte und weiterhin engagiert.

1988 gründete Cora Halder gemeinsam mit anderen Eltern im fränkischen Raum die "Selbsthilfegruppe für Menschen mit Down-Syndrom und ihre Freunde e. V.". Sie begann damit eine Arbeit, die sie über viele Jahre begleiten und erfolgreich tatkräftig und ideenreich voranbringen sollte. Aufgrund der großen Nachfrage für Beratung und des Mangels an guten Publikationen über das Down-Syndrom wurde die Arbeit immer intensiver. So gründete der Elternverein 1998 das Deutsche DS-InfoCenter, das Cora Halder knapp 20 Jahre aufgebaut und geleitet hat. Sie wurde für unzählige Familien und Fachleute zu einer wichtigen Expertin und Vertrauensperson, die sich für Menschen mit Down-Syndrom auch international sehr verdient gemacht hat, gerade auch durch das Herzstück ihrer Arbeit – die Zeitschrift "Leben mit Down-Syndrom".

Prof. Dr. Etta Wilken bei der Laudatio für Cora HalderDem Festakt am 7. Mai wohnten neben den Tagungsteilnehmenden zahlreiche Personen bei, mit denen Cora Halder seit mehreren Jahren freundschaftlich verbunden ist und fachlich im Austausch steht. Eine von ihnen, Frau Prof. Etta Wilken, hielt die Laudatio, begleitet von einer indischen Marionette als Anspielung an das internationale Engagement der Preisträgerin. "Es ist schon viel erreicht, wenn wir uns an den Beginn der Bemühungen zur Verbesserung der Lebenssituation von Familien und Menschen mit Down-Syndrom erinnern" betonte Etta Wilken. "Aber wir sind mit dieser Arbeit nicht fertig und können uns nicht zufrieden zurücklehnen. Neue Aufgaben werden sichtbar, und aktuelle medizinische und ethische Fragen verlangen Antworten. Wir danken Dir für Deine geleistete Arbeit, hoffen deshalb aber auch weiterhin auf vielfältige Anregungen und Impulse von Dir." Wir alle wünschen Cora Halder von Herzen alles Gute!


„MORITZ“ 2014 FÜR PROF. DR. ANDRÉ FRANK ZIMPEL UND DAS FORSCHUNGSTEAM DER UNIVERSITÄT HAMBURG

Prof. Dr. André Frank Zimpel, seine Frau und ein Mitglied des Forschungsteams bei der Verleihung des Am 4. April 2014 war es wieder soweit: Das Deutsche Down-Syndrom InfoCenter zeichnete Prof. Dr. André Frank Zimpel und das Forschungs-Team der Universität Hamburg mit dem „Moritz“ aus. Zum 11. Mal in Folge ging die anmutige Moritz-Figur aus Bronze an Persönlichkeiten, die sich in außergewöhnlicher, nachahmenswerter Weise für Menschen mit Down-Syndrom engagieren. Zum ersten Mal in der Geschichte der Preisverleihung bekam ein Team diese Auszeichnung.
Prof. Zimpel und sein Forschungs-Team sind Pioniere auf dem Gebiet der Forschung, die sich ein großes Ziel vornimmt: Personen mit Trisomie 21 zu helfen, nachhaltige Erfolge beim Lernen zu erleben. Für Personen mit Trisomie 21 ist ein verkleinertes Aufmerksamkeitsfenster charakteristisch. Diese Tatsache gilt es bei der Aufbereitung der Lerninhalte entsprechend einzubeziehen. Ebenso ist es die Aufgabe der Didaktik, die neuropsychologischen Besonderheiten anzuerkennen und zu berücksichtigen, unter anderem die Neigung der Menschen mit Trisomie 21 zum abstrakten Denken. Das Forscher-Team sieht es als ihre Stärke an und will diese fördern. Professionalität, Wissensdurst und Herzlichkeit sind die Qualitätsmerkmale der wissenschaftlichen Arbeit des Teams aus Hamburg. Ihr wahres, tiefes Interesse an Menschen mit Trisomie 21 verdient Lob und Nachahmung.


„GOLDENES CHROMOSOM“ 2013 - FÜNFFACHE AUSZEICHNUNG AUF EINMAL

Die fünf Preisträgerinnen und Preisträger des „Goldenen Chromosoms“ 2013 Zum ersten Mal in der Geschichte dieser Preisverleihung wurden fünf Persönlichkeiten mit dem „Goldenen Chromosom“ auf einmal ausgezeichnet. Tobias Gehring, Albin Hofmayer, Uli Kanawin, Andrea Halder und Katja Sothmann (von links nach rechts) sind als Schauspiel-Amateure im Film „Down-Syndrom und ich“ selbstbewusst und überzeugend aufgetreten.
Die „taffen Fünf“, so nannte sie einst der Regisseur und Co-Autor des Drehbuchs Michael Aue von der Medienwerkstatt Franken e. V., haben es wirklich verdient: Sie teilten in dem Film nicht nur ihr Wissen über das Down-Syndrom und gewährten Einblicke in ihr Leben. Sie haben innerhalb von nur zwei Wochenenden die Filmszenen gedreht, mit Geduld und Humor die unzähligen Wiederholungen von Textpassagen und einzelnen Aufnahmen gemeistert. Nicht alle Tage stellt man so etwas auf die Beine, das sinnvoll ist und dazu noch weltweit einmalig. Der Film und die dazugehörige Broschüre stehen seit 2011 allen Interessierten und den Menschen mit Down-Syndrom zur Verfügung.
Mittlerweile wurde der Film – versehen mit einem englischen Untertitel – auf dem DS-Weltkongress in Südafrika präsentiert und weiteren DS-Organisationen aus verschiedenen Ländern zugänglich gemacht. In Japan bekam der Film japanische Untertitel, so kann er nun auch dort zu Aufklärungszwecken eingesetzt werden.

Das „Goldene Chromosom“ wurde 2013 im Rahmen des 25. Jubiläums des Trägervereins verliehen. Seine Initiatorin und Geschäftsführerin des DS InfoCenters, Cora Halder, sagte in der Einführungsrede: „Wir setzen auf Menschen mit DS selbst, die mitreden, mitgestalten und die mit gutem Beispiel für andere vorangehen, und die der Welt zeigen: Wir sind wer! Wir bestimmen mit! Sie sollen Anwälte in eigener Sache sein.“ Solche Menschen werden vom DS InfoCenter seit 1996 regelmäßig mit einem „Goldenen Chromosom“ geehrt.


„MORITZ 2013“ FÜR DEN KINDERARZT DR. GERHARD HAMMERSEN

Moritz-PreisträgerinDie Verleihung des „Moritz 2013“ war einer der Höhepunkte der medizinischen Tagung „Hauptsache gesund!“, die anlässlich des Welt-Down-Syndrom-Tags vom Deutschen Down-Syndrom InfoCenter am 23. März organisiert wurde. Die Ehrung ging diesmal an Herrn Dr. med. Gerhard Hammersen. Seit vielen Jahren verantwortet der Kinderarzt die pädiatrische Beratung in der DS-Baby-Sprechstunde an der Cnopf'schen Kinderklinik Nürnberg. Das Team des DS InfoCenters kann jederzeit auf seinen fachlichen Rat und die Erfahrungen zählen. Selbst die kniffligen Fragen der Eltern beantwortet Dr. Hammersen schnell, kompetent und spürbar mitfühlend. Das betonte in ihrer Laudatio Cora Halder, Leiterin des DS InfoCenters: „So eine gute und menschliche Beratung stärkt natürlich auch das Ansehen unseres InfoCenters.“ Wir sind sehr froh, Dr. Hammersen an der Seite der Kinder mit Down-Syndrom zu wissen.


PREISVERLEIHUNG 2011 ZUSAMMEN MIT FILMPREMIERE

Ebenso wie beim letzten Mal konnten wir auch in diesem Jahr die Ehrung unserer Preisträger mit einem weiteren besonderen Ereignis verbinden. Am 25. März feierten wir mit einer festlichen Abendveranstaltung den Welt-DS-Tag 2011. Auf dem Programm standen die Preisverleihung des „Goldenen Chromosoms“ und des „Moritz“ sowie die Premiere des neuen Projekts „Down-Syndrom und ich“.

Moritz-PreisträgerinMit dem „Moritz“ wurde die Stuttgarter Fotografin Conny Wenk ausgezeichnet. Sie bekam die Bronzefigur in Anerkennung ihrer Foto-Kunst, mit der sie es schafft, das Außergewöhnliche an Menschen mit Down-Syndrom sensibel darzustellen. Dank der Ästhetik Ihrer Bilder prägt sie ein anderes Bild von Menschen mit Down-Syndrom in der Gesellschaft, das Augen und Herzen öffnet. „Ein großartiger Beitrag“, wie Verleger David Neufeld in seiner Laudatio zusammenfasste.

 

 

Moritz-PreisträgerinZweiter Preisträger des Abens war der erste Down-Syndrom-Marathon-Läufer aus Deutschland, Christian Hirsch. Im vergangenen Jahr legte er die komplette Marathonstrecke von über 42 Kilometern in München zurück. Dafür erhielt er aus der Hand seines Coaches, Bernd Gerber, das „Goldene Chromosom“ überreicht. Während der Laudatio sprach seine Mutter vielen der Eltern von den zahlreich mitfeiernden jungen Erwachsenen und Kindern mit Down-Syndrom aus der Seele: „Hätte mir 1986 jemand gesagt, ich werde 25 Jahre später meinen Sohn als Marathonläufer geehrt sehen, hätte ich das niemals geglaubt.“ Dass Menschen mit Down-Syndrom zu mehr fähig sind, als es ihnen manchmal zugetraut wird, zeigte dieser Abend deutlich.


DIE PREISTRÄGER 2009

Am 13. November 2009 wurden im Rahmen eines festlichen Abends zur Premiere unseres neuen Informationsfilms „Down-Syndrom in Bewegung“ auch die diesjährigen Ehrungen – nun bereits zum achten Mal – vorgenommen.

Moritz-Preisträgerin Den „Moritz“ 2009 erhielt die Mainzer Pädagogin Inge Henrich, die sich seit vielen Jahren in ihrer Praxis für Entwicklungspädagogik für die Förderung vieler Kinder, Jugendlicher und Erwachsener mit Down-Syndrom einsetzt.
Inge Henrich versteht es, aus einer Vielfalt an Methoden und Materialien das Lernangebot für das individuelle Kind so vorzubereiten, dass es genau passt – eine Fähigkeit, die diese Pädagogin auszeichnet.
Mit viel Geduld, Kreativität, Humor und Beharrlichkeit unterstützt sie junge Menschen mit Down-Syndrom in der Entwicklung ihrer Gesamtpersönlichkeit und einzelner Handlungskompetenzen und vermittelt ihnen ganz nebenbei den Spaß am Arbeiten. Die Erfolge, die sie und ihr Team dabei erzielen, sprechen für sich.

 

„Goldenes-Chromosom“-PreisträgerinDas „Goldene Chromosom“ ging 2009 an Patricia Netti.
Als Praktikantin an einer Kunstschule, an der sie gleichzeitig Malkurse belegt, assistiert sie auch bei so genannten Zukunftskonferenzen.
Patricia hat vielfältige Interessen und Aktivitäten – beeindruckend ist auch ihr soziales Engagement, ob in der Bibliothek, im Seniorenzentrum oder beim Verein für krebskranke Kinder. Ein herzenswarmer Mensch, Zuversicht und Selbstbewusstsein ausstrahlend, selbstständig und kompetent – ein Vorbild für andere Menschen mit DS.

 

 

Die früheren „Moritz“-Preisträger waren:

1996 Prof. Dr. Etta Wilken von der Universität in Hannover
1998 Dr. Wolfgang Storm von der Kinderklinik und DS-Ambulanz in Paderborn
2000 Dr. Ekkehart Paditz, Universitätsklinik Dresden
2002 Dr. Gisela Höhne und Klaus Erforth, Gründer und Regisseure des RambaZamba Theaters in Berlin
2005 Prof. Andreas Hinz und Ines Boban von der Universität Halle
2006 Prof. Dr. Wolfram Henn, Humangenetiker an der Universität des Saarlandes
2008 Prof. Dr. Helmut Singer, Kinderkardiologe an der Unikinderklinik in Erlangen
2009 Inge Henrich, Pädagogin, PEp-Praxis für Entwicklungspädagogik in Mainz
2011 Conny Wenk, Fotografin, Stuttgart
2013 Dr. Gerhard Hammersen, Kinderarzt, Nürnberg

 

Bild mit Preisträgern

 

Das Goldene Chromosom erhielten:

1999 Bobby Brederlow für seine Leistungen in der Fernsehserie „Liebe und weitere Katastrophen“, die Anfang 1999 von der ARD ausgestrahlt wurde.

2005 Marco Huber, der „Mann mit der Krawatte“, der seit 15 Jahren einen Arbeitsvertrag mit der Stadt Otzberg hat, wo er in der Verwaltung tätig ist. Marco führt ein weitgehend selbstständiges Leben und ist in seiner Heimatgemeinde gut integriert.

2007 Christoph Eder, ein Künstler aus der DelaTour-Werkstatt in Österreich.

2008 Drei Personen mit Down-Syndrom, und zwar:
Claudia Petersen, die seit vielen Jahren im Stadthaus Hotel Hamburg tätig ist
Lisa Mandl aus Garching, ein flotter Teenager, die mit eisernem Willen zeigte, dass sie einen Rollerführerschein schaffen konnte und die durch ihre Malarbeiten viele Menschen erfreut.
Simon Beresford aus England, der als erster Mann mit Down-Syndrom einen Marathon lief und Pate stand für das erfolgreiche Marathoni-Projekt, das 2007 in Deutschland startete.

2009 Patricia Netti, vielfältig interessiert und engagiert, eine herzenswarme Persönlichkeit, selbstbewusst, selbstständig und kompetent – ein Vorbild für andere Menschen mit DS.

2011 Christian Hirsch Er war der erste Down-Syndrom-Marathon-Läufer aus Deutschland, der die komplette Marathonstrecke von über 42 Kilometern 2010 in München zurücklegte.

2013 Tobias Gehring, Andrea Halder, Albin Hofmayer, Uli Kanawin und Katja Sothmann als Protagonisten mit Down-Syndrom im Film „Down-Syndrom und ich“